Zwischen Wien und Innsbruck auf der Autobahn, da reiste einst ein Mann.
Er fuhr ziemlich zügig, reagierte auch sehr gut, doch er kam an seinem Ziel nicht an. An einer Ausfahrt wurde er aus der Kurve geschleudert, denn bei Nässe ist die Straße manchmal glatt.
Und nun lag er in den Trümmern seines Wagens voller Angst – man kann verbluten, wenn man keine Hilfe hat.
Ein Arzt, ein Priester und ein Rechtsanwalt, die fuhren einfach dran vorbei.
Sie dachten sich: “Das Wrack im Gras liegt noch lange dort, doch ist mir das auch einerlei. Ich bin nicht bei der Müllabfuhr und auch nicht beim Abschleppdienst, mein Zeitplan lässt mir keine Pause zu. Es wird schon jemand kommen. Im Moment geht ‘s mich nichts an, lasst mich mit so was bloß in Ruh!”
Pakistanis, Türken, Griechen sind bei uns nicht immer sehr beliebt. Auch wir Österreicher und Deutschen schauen manchmal stolz auf sie herab.
Diese „Hammelfleisch-Experten“, großer Schnurrbart, schwarzes Haar, schiebt man in Gastarbeiterghettos ab.
Und gerade ein Pakistani zog den Unfallfahrer heraus, rannte zum Telefon und rief die Polizei, hob den Verletzten auf die Tragbahre und fuhr mit ihm zum Krankenhaus. Sein Deutsch war ziemlich schlecht, doch das war einerlei.

Du hast wahrscheinlich schon gemerkt, worum es sich hier dreht.
Ich sag auch nicht mehr viel dazu. Der Priester, der Levit, der Arzt, der Rechtsanwalt sind Menschen so wie ich und du. Parabeln sind Vergleiche, aus dem Leben konstruiert. Wer ehrlich ist, entdeckt sich irgendwo.
Lies Lukas 10 und schau dir den Samariter an, und dann steh auf – und handle ebenso!
(nach dem Lied “Parabel” von Andreas Malessa, 1972)

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