DreifaltigkeitPredigt:
Seit Jahrtausenden pflegen wir Menschen Gottesbilder.
Wir brauchen diese Bilder um das Geheimnis Gottes zu verstehen,
weil unsere Denk- und Vorstellungsweise von Kindheit an davon geprägt ist. Früher verehrten Menschen in Tieren, Steinen, und in vielen anderen Lebewesen oder Naturphänomenen einen mächtigen Gott. So wurde in den uralten Religionen eine Vielfalt von Göttern verehrt. Gott wird seit jeher in solchen Religionen mit den unterschiedlichsten Bildern assoziiert.
Das war der Anfang der Religionen in der Menschheitsgeschichte.

Die monotheistischen Religionen sind später entstanden.
Die Entwicklung dahin war keine einfache,
denn der Mensch musste seinen Glauben an mehrere Götter aufgeben.
Das Judentum hat hier, als erste monotheistische Religion, eine wichtige Rolle gespielt. Die Juden kennen keine verschiedenen Gottesbilder. Wohl benutzten sie unterschiedliche Namen wie El, Elohim oder Adonai für Gott, aber nur, weil sie den Namen Jahwe nicht in den Mund nehmen wollten. Aber Jahwe war der einzige Gott Israels.

Der christliche Glaube ist danach entstanden, aber basiert auf dem
jüdischen Glauben. Jedoch mit der Person des Christus, dem Heiligen Geist und dem Gott Vater im Himmel war die christliche Theologie in der Erklärungspflicht.
Dreifaltigkeit oder die Dreieinigkeit ist das schwierigste Glaubensgeheimnis der Kirche, ein sehr kompliziertes Gottesbild.

Trotzdem – im Christentum gibt es nur einen Gott.
Nur… dieser Gott offenbart sich in drei Personen
als der Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Sie sind drei, aber bilden eine einzige Gemeinschaft.
Das kann man so erklären:
Eins plus eins plus eins sind drei. (1+1+1= 3)
Aber drei mal eins ergibt nur eins. (1x1x1=1)
Ja, es ist kompliziert. Nicht nur für mich. Viele Theologen hatten damit Schwierigkeiten. Auch meine Sprachkunst und theologische Fähigkeiten haben ihre Grenzen. Aber es ist dennoch begreiflich.
Der Hl. Patrick, der Bischof der Iren, hat das Geheimnis am Beispiel von Kleeblättern erklärt. Und die Menschen in Irland haben ihn verstanden… Wir sehen: dieses Geheimnis ist doch zu verstehen.
Der Glaube aber ist Voraussetzung…

„Man darf nicht alles glauben, was man sieht“.
Diesen Satz habe ich vor einigen Tagen in Mainz gelesen.
Und ich möchte den Satz so ergänzen:
Man muss auch nicht alles sehen und begreifen um daran zu glauben…
So verhält es sich mit der Dreieinigkeit. Sie verlangt von uns einen neuen Glauben.
Ja, meine Lieben, die Dreifaltigkeit korrigiert die alten Götterbilder der Macht, Rache und Eifersucht und schenkt uns ein neues Gottesbild.
Die Kirche sagt, Gott ist anders und er kann anders sein.
Er kann Einheit sein; er kann Liebe sein.
Er kann Menschen verstehen und mit ihnen kommunizieren,
streiten und einen Bund schließen.
Er kann ein lebendiger, Einheit suchender Gott, sein.
Er will nicht fern, sondern nahe bei den Menschen sein.
Er ist kein Feind, sondern ein Freund der Menschheit.

Meine Lieben, im Evangelium hörten wir, dass Gottes Liebe zu uns sehr stark ist. Ja, Gott ist die extreme Liebe. Diese Liebe erkennen wir durch den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist.
Gott ist dreifaltig Einer.
Er ist Vater für viele, die einen väterlichen Schutz brauchen.
Er ist Sohn und Retter für die, die auf seine Hilfe angewiesen sind.
Er ist der Geist, der uns seine Kraft schenkt.
Er ist immer anwesend, wenn wir ihn benötigen.
In ihm gibt es keinen Platz für Eifersucht und Rache.
Denn Gott ist die beste Gemeinschaft wir uns erträumen können.
Möge diese Einheit auch unsere Gemeinschaft und unseren Glauben stärken. Amen!

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