a new lifestyleEinführung:
Am heutigen Gründonnerstag wiederholen wir viele Zeichen.
Abendmahlfeier, Fußwaschung, Ölbergwache…
Dieser Tag lädt uns ein, manche Erinnerungen zu pflegen.
Erinnerungen sind notwendig für uns Menschen.
Wir brauchen sie, um eine Gemeinschaft lebendig zu halten.
Erinnerungen stärken uns, vermindern die Trauer und spenden Trost.
Wir wollen die Erinnerungen gut pflegen.
Dazu bitten wir um die Kraft Gottes im Kyrie-Ruf:

Predigt:
Die Menge hat eine große Kraft in sich selbst.
Stars, berühmte Persönlichkeiten lieben die Menschenmenge sehr.
Sie brauchen sie, um erfolgreich zu werden.
Denn Menschen suchen oft nach Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Jesus war auch oft in der Menge. Er war oft mit dem Volk zusammen,
das hungrig war, das seine Wunder sah, das seine Worte hörte…
Am Palmsonntag haben wir über diese Menge gehört.
Aber Jesus wusste, dass die Menge jederzeit ihre Stimmung ändern kann… Das ist so, weil die Meinung einer Masse instabil ist …
Tatsächlich erlebte er auch diese ‚andere Menge‘, die schreit:
„Weg mit ihm, kreuzige ihn“…

Er wusste von den Gefahren der Gruppe…
Trotzdem liebte er die Gemeinschaft.
Er sandte 72 Jünger in die Städte aus…
Sie sollten das Evangelium verkünden.
Aber als Apostel berief er nur wenige Menschen – nur 12. Und zu besonderen Erlebnissen hat er noch weniger Jünger – Petrus, Johannes und Jakobus – mit sich genommen…
Denn er wollte nicht allein sein – außer wenn er betete…
Ja, Jesus liebte die Gemeinschaft sehr.
In der heutigen Gründonnerstagsliturgie erleben wir diese Eigenschaften Jesu. Die Lesung aus dem Korintherbrief ist die älteste Überlieferung über die Eucharistiefeier. Dieser Text wurde damals in den Gemeinden für die Tischgemeinschaft benutzt.
In dem Bericht erleben wir Jesus, der nicht nur die Eucharistie stiftet, sondern auch eine Gemeinschaft fordert.
Er wünscht sich eine Gemeinschaft, die aus einer Mahlgemeinschaft hervorgeht. Denn Jesus wusste, dass sie den Menschen sowohl äußerlich als auch innerlich stärken wird.

Gemeinschaft und Erinnerung: aus diesen verbindenden Eigenschaften leben wir heute als Christen.
Ja, darum ist der Gründonnerstag sehr wichtig in der Kirche.
Ohne Gemeinschaft wären die Jünger – nach dem Tode Jesu – auseinander gegangen. Sie haben sich versteckt, dennoch blieben sie zusammen… Denn es ist die Gemeinschaft, die ihre Ängste wegnimmt. Ja, die Gemeinschaft mit Jesus stärkt uns innerlich und formt unser Leben.

Wir leben in der Zeit der modernen Medien.
Viele Menschen, die sich in Facebook, Twitter oder anderen sozialen Medien bewegen, knüpfen sehr viele sogenannte ‚Freundschaften‘.
Weil viele davon unbekannte Menschen sein können, wird die Beziehung zu diesen auch selten gepflegt.
Trotzdem sagen wir: „Ich habe sehr viele Freunde….“
Denn wir brauchen Menschen, die uns gerne zuhören, die zu uns gehören. Ja, auch wir leben in einer Zeit der Menge und Massen…

Aber Jesus fragt uns heute, in der Stille der Nacht:
gehören wir zu einer oberflächlichen ‚Menge‘?
Oder sind wir vom festen Glauben tief überzeugt?
Bleiben wir mit ihm verbunden? Können wir mit ihm wach bleiben?
Wach in unseren Erinnerungen, in unsere Beziehungen,
als eine Gemeinde, als Christen, als seine Gemeinschaft?
Gott segne uns. Amen!

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