Maundy ThursdayEinführung:
Teilhaben – feiern mit Gott, Gott und den Menschen dienen …
das sind ganz wichtige Dinge für Jesus.
Aber nicht jeder ist dazu auserwählt.
Adam und Eva lebten in Gemeinschaft mit Gott.
Sie waren Teil der Welt Gottes.
Durch einen Fehler verlieren sie diese Teilhaberschaft.
„Adam und Eva waren nicht böse, sondern schwach“,
sagte Pp. Franziskus in seinem Interview mit der Zeit (8. März 2017)
Aber eine kleine Schwäche hat oft schwere Nachwirkungen.
Sie kann eine wunderbare Gemeinschaft zerstören.
Verzichten wir auf unser Egoismus, denn am heutigen Gründonnerstag lädt Gott uns ein für eine neue Beziehung mit ihm. Dafür wollen wir ihm danken.

Predigt:
„Wenn ich dich nicht wasche, hast du keinen Anteil an mir“.
Mit diesen Worten beruhigt Jesus seinen Jünger Petrus,
der ziemlich aufgeregt und mitnichten einverstanden war, was Jesus im Speisesaal getan hatte.
Denn Jesus wusch seinen Jüngern die Füße.

Das ‚Füße –Waschen’ war ein wichtiges Ritual in Israel.
Es ist auch heute noch ein unverzichtbares Ritual in vielen orientalischen Ländern.
Die Menschen dieser Regionen verbrauchen viel Wasser wegen dem vielen Staub, der hohen Luftfeuchtigkeit und der hohen Temperaturen.
Wenn jemand einen Gast hat, der lange zu Fuß unterwegs war, war es die Aufgabe des Gastgebers seinem Gast Wasser anzubieten, damit er seine Füße waschen konnte (Gen 18, 4). Würde es der Gastgeber nicht tun, so wäre das eine Beleidigung oder zumindest ein Zeichen für Unfreundlichkeit.
Selbst Jesus deutet darauf im Lukasevangelium hin.
Jesus war zu Gast bei einem Pharisäer. Da kam eine Sünderin.
Sie weinte, trocknete sein Fuß mit ihrem Haar und salbte seinen Fuß mit teurem Öl.
Als der Gastgeber an Jesus zweifelte, sagte er: „Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben.“ (Lk 7, 44b)
Also, die Fußwaschung war nicht nur ein Ritual,
sondern ein Akt der Freundschaft und Anerkennung.
Versuchen wir das heutige Evangelium aus dieser Perspektive zu verstehen, dann wird eins klar:
Jesus ist der Gastgeber. Die Jünger sind Gäste.
Er bietet seinen Jüngern, seine Freundschaft und Anerkennung an.
Jesus will sie alle an seinem Mahl, an diesem letzten Mahl teilhaben lassen.

Mahl und Fußwaschung:
Beide sind Tätigkeiten der Freundschaft, Höflichkeit und Einfachheit.
Nur versöhnte und befreundete Menschen können
um einen Tisch sitzen und gemeinsam essen.
Nur Menschen ohne Egoismus, können Anderen die Füße waschen und sie bedienen.
Auch die wenigen, die ihre Füße von Anderen waschen lassen, erlauben dies nur wenn sie selbst mutig und demütig sind.

Petrus zeigt in dieser Nacht alles andere als Einfachheit.
Wieder hören wir seinen sehr selbstbewussten Ausspruch:
„Niemals sollst du mir die Füße waschen“.
Jesus aber korrigiert ihn und sagt,
dass ein falscher Egoismus teuer zu stehen kommt.
Wir wissen nicht, ob Petrus das verstanden hat.
Aber er akzeptiert die Zurechtweisung, weil er an ihm teilhaben will.
Er will sich der Gemeinschaft mit Gott und den Menschen erfreuen.

Obwohl die Jünger am Mahl teilgenommen hatten,
wurden sie in der Nacht schwach und ängstlich.
Sie hatten wohl Anteil an dem Mahl, aber es hat sie nicht tiefgehend geprägt.
Sie vergaßen alles, als es Nacht wurde und sie müde waren.
Teilhaben heißt nicht nur die Kommunion empfangen,
nicht nur manchen oberflächlichen Ritualen folgen,
sondern selbst Kommunion werden.
Brot, Wasser und Schutz für viele sein …
Andere anerkennen und höflich und demütig sein…
Für Christus unermüdlich tätig zu sein…
Teilnehmen an Freude und Leid der Nächsten…
Möge Gott unsere Müdigkeit und Gleichgültigkeit durch seine Liebe verwandeln.

WordPressFacebookBlogger PostDeliciousDiggEmailOrkutShare