Maundy-Thursday-2019
Einführung:
Erinnerungen sind uns sehr wichtig.
Schöne Erinnerungen erfüllen uns mit Freude…
Wir Christen sind eine Gemeinschaft, die aus der Erinnerung lebt.
Unser Gott sagt uns, dass er uns nicht vergisst und uns stets im Blick hat.
Wir sind eingeladen zu lieben, zu teilen und unsere Erinnerungen wach zu halten. Eucharistie ist das einzigartige Zeichen dieser lebendigen Liebe… Danken wir ihm dafür und rufen zu ihm im Kyrie:

Predigt:
Ich hatte eine schöne Zeit als ich im Februar zuhause war.
Etwas ganz Besonderes war das Treffen mit meinen Schulfreunden.
Seit Jahren hatten sich viele von uns nicht einmal gesehen oder gesprochen. So wurde dieses Wiedersehen zu einem wunderschönen Tag…
Auch danach hatten wir noch die Zeit gefunden uns gegenseitig zu besuchen, um so unsere wiedergefundene Freundschaft zu festigen.
Dank dem Internet können wir sie auch weiterhin pflegen.
In dieser Zeit feierte eine Schulfreundin ihren Geburtstag und
wir alle waren bei ihr eingeladen. Natürlich konnten nicht alle teilnehmen, aber einige von uns besuchten sie. Sie war glücklich,
denn sie hatte für uns ein großartiges Essen vorbereitet.

Ja, Menschen teilen gerne ihre Freude ganz besonders bei Tisch.
Gemeinsam gehen sie Essen, nehmen sich dabei Zeit für ein Gespräch, erzählen viel, lachen und manchmal weinen sie sogar über weniger schöne Dinge die das Leben mit sich brachte…

Auch Jesus sitzt zum letzten Mal zu Tisch mit seinen 12 Jüngern. In dieser Gemeinschaft würden sie nie mehr zusammen kommen…
Diese letzte Zusammenkunft feiert Jesus mit seinen Freunden
in dem Wissen, dass seine letzten Stunden angebrochen waren.
Aber das machte ihn nicht traurig.
Er versucht auch jetzt die Freundschaft mit seinen Jüngern zu stärken.

Wir wissen von Politikern, die große Denkmäler bauen…
Andere wieder bauen hässliche Mauern und Siedlungen und trennen damit Menschen und Völker voneinander.
Solche Statuen und Monumente sind auch Symbole der wirtschaftlichen oder politischen Entwicklung…
Sie sollen der Welt sagen:
Uns geht es gut. Hier ist alles in Ordnung, das hier ist unsere Welt und wir brauchen euch nicht, usw.
Und dabei verbergen sie viele dunklen Seiten.
Um ihre Machtposition zu sichern, zerstören sie nicht nur Träume, sondern auch das Leben vieler Menschen.

Auch Jesus stiftete ein Monument.
Dieses ist auf der Liebe gegründet
Dafür hat er kein fremdes Leben, sondern sein eigenes Leben geopfert.
Wir erleben genau diese Liebe immer wieder,
wenn wir sein Gedächtnis feiern.
Ja, wenn wir an ihn denken:
Das war die große Bedingung, die er an seinen Jünger stellte.

Seine Erinnerung wird heute von uns wachgehalten und gefeiert:
Seine Worte und das Brechen des Brotes sind seine Liebesgaben, die
wir immer wieder in der heiligen Eucharistie feiern.
In jeder Kirche gibt es zwei Tische, die uns verbinden:
Der erste Tisch ist der Ambo, von dem Gottes Wort verkündet wird.
Der zweite Tisch ist der Altar, an dem Brot und Wein verwandelt werden.
Diese sind kleine und einfache Symbole seiner großen Hingabe.
Damit lädt Jesus uns Menschen ein seiner Freundschaft teilhaft zu werden.
Denn er weiß, dass es auch heute Menschen gibt die großen Hunger haben.
Dabei geht es nicht nur um den leiblichen Hunger.
Viele Menschen sind heute hungrig nach einer aufrichtigen Freundschaft, nach Liebe, nach Frieden, nach Gerechtigkeit und vielem Anderen.
Jesus nimmt sich Zeit für sie und lädt sie ein…
„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid.
Ich will euch erquicken.“ (Mt 11, 28)
In jeder Eucharistiefeier wiederholt er diese Einladung.
Er erwartet aber auch von uns, dass wir uns für unsere Mitmenschen Zeit nehmen.
Wir dürfen uns nicht in uns selbst verkriechen und von den Menschen Abstand nehmen,
die unsere Gemeinschaft so dringend brauchen.
Das fängt in unseren Familien an…
Versuchen wir uns zu Hause, am gemeinsamen Tisch und vor
dem Altar in der Kirche zu versöhnen
und unsere Mitmenschlichkeit zu pflegen?

Jesus sagt, alles was mein ist, ist auch dein….
Mein Leib ist von jetzt an auch dein Leib…
geteilt, gebrochen für dich und für deine Welt…
Auch in der schwierigen Stunde des Verrats,
des Blutschwitzens in Gethsemane und des Abschieds
hat er nicht vergessen zu teilen und zu feiern.

Essen füllt nicht nur den Magen, sondern auch die Herzen.
Es verbindet Menschen, Welten und Weltanschauungen…
Wir wollen Freunde des Lebens und der Freude sein.
Die Kraft dafür schöpfen wir an seinem Tisch.
Gott, der unser Freund und Vorbild ist,
möge uns dazu segnen. Amen!

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