Cross connects mankind
Die Liturgie am Karfreitag hat ihre Besonderheit.
Am heutigen Tag spürt man eine große Stille und das nicht nur im Gottesdienst. Ja, man spürt es wirklich, dass die Welt mit Jesus leidet.

Wir hören die Passion. Das Kreuz steht im Mittelpunkt…
und wir beten die großen Fürbitten.
Oft hörte ich von Gottesdienstbesuchern, dass sie ein Problem mit diesen Fürbitten haben. Viele sagen, sie können nur mit großer Mühe knien… Aber geht es denn darum? Das Knien ist eine Nebensächlichkeit – es geht um die Gebete!

Und wofür beten wir an diesem Karfreitag?
Für die heilige Kirche, für den Papst und die Bischöfe, für die Katechumenen, für die Einheit der Christen, für die Juden, für die, die nicht an Christus glauben, für die, die nicht an Gott glauben, für die Regierenden, für alle notleidenden Menschen.
Ja, es ist wirklich bemerkenswert: an einem solch wichtigen kirchlichen Feiertag betet man nicht nur für die Christen,
sondern auch für alle, die nicht zu unserer Kirche, zu unserem Glauben gehören…

Warum sollte man für diese Anliegen beten?
Ich denke, daran erkennen wir einmal mehr die Bedeutung dieses Tages. An den Tod Christi am Kreuz denken wir am heutigen Karfreitag. Er hat diesen Weg des Leidens auf sich genommen, nicht nur um die Menschen seiner Heimat zu retten, sondern alle Menschen, genau in diesem Sinn des Wortes: alle Menschen.
Auch Nichtchristen, Atheisten und auch die Juden.
Früher hat man vor allem den Juden die Schuld an der Kreuzigung Jesu gegeben. Viele Menschen waren davon überzeugt, dass diese für den Tod Jesu verantwortlich waren.
Viele haben auch von dieser Behauptung profitiert…
Aber wir wissen heute, dass nicht alle Juden nach dem Tod Christi verlangt hatten. Es waren nur einige, die durch die Hetze der Pharisäer, der Sadduzäer und der Priester aufgewiegelt worden waren.
Heute lehrt uns die Kirche etwas anders…
Ja, sie betet sogar für die Juden…
Ja, heute – am Karfreitag beten wir wirklich für alle Menschen…
Dabei vergesse ich gern die Diskussion in der Kirche:
Ob Christus für alle oder nur für viele gestorben ist.
Ich möchte mir über diese sprachliche Spitzfindigkeit heute keine Gedanken machen. Denn ich glaube fest daran, dass Christus am Kreuz starb, um allen Menschen den Weg zum Himmel aufzuzeigen.
Wie könnte er dabei Menschen ausschließen?
Gott kam in die Welt, um die Menschheit von der Sünde zu befreien.
Wie könnte diese Befreiung möglich sein, wenn sich manche Menschen dazu nicht eingeladen fühlten?

Christus ist für die Welt gestorben.
Das ist das Zeichen seiner unendlichen Liebe.
Das können wir Menschen nur mit begrenzter Wahrnehmung akzeptieren, weil wir anders sind…
aber sein Kreuz verkündet dennoch die einfache, klare Wahrheit…
Sein Kreuz lädt alle Menschen zur Umkehr und Reue ein.
Sein Sterben ist aber auch ein Vorbild für die Welt,
für die große Liebe das eigene Leben hinzugeben… Jesu Kreuz verkündet: Für das Beste, das man im Herzen trägt, sollte man bereit sein, sogar Beleidigungen und Erniedrigungen zu akzeptieren.

Deshalb beten wir heute für viele Menschen… Das ist die Lehre Christi. Das ist sein Lebenszeugnis. Denn er hat am Kreuz allen verziehen und betete sogar für seine Verfolger…

Karfreitag ist ein Tag der Stille. Aber wir Christen sind nicht traurig, sondern wir leben in der Hoffnung und in der Liebe… für die Welt und für die Mitmenschen. Das ist die echte christliche Einstellung.
Nur mit dieser Einstellung kann man die Welt prägen,
wie Christus es getan hat…
Versuchen wir Versöhnung…leben wir Hoffnung…setzen wir uns ein für die Verbreitung der Liebe Gottes…
Das Kreuz möge uns immer daran erinnern. Amen!

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