Easter
Zunächst wünsche ich euch den Segen des auferstandenen Christus.
Sein Licht und sein Leben stärke unsere Hoffnung…

Glaube kann man selten mit der Rationalität verteidigen. Wer rational denkt, kann Dinge vielleicht vernünftig erklären. Aber wer glaubt, sieht Wunder und macht unerklärliche Erfahrungen.
Dieses bestätigen auch die heutigen Lesungen.
„Welche Lesung?“ Manche werden jetzt so denken. Denn in dieser Nacht haben wir viele Lesungen gehört. Eigentlich schlägt die Liturgie der Osternacht sieben alttestamentlichen Lesungen vor, dazu eine Lesung aus dem neuen Testament und das Evangelium. Und dazu die Psalmen und Gebete… Denn die Osternacht ist die Mutter aller Vigilien. Früher hat man die Nacht zum Osterfest mit einem Wortgottesdienst gefeiert. Wachend erwarteten die Menschen den Ostertag: Das Aufgehen der Sonne und einen neuen Tag der Freude…
Aber heute haben wir nicht alle Lesungen gehört. Denn die Liturgie gibt uns die Freiheit, einige davon wegzulassen, mit einer Ausnahme: Das ist die Lesung über den Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer. Diese darf auf keinen Fall fehlen.

Diese Lesung kann man fast wie einen Kriminalroman lesen.
Auf der einen Seite stehen die tödlich tobenden Wassermassen vor den Menschen.
Auf der anderen Seite sehen sie die sich nähernde ägyptische Streitmacht.
Nach Ägypten wollen sie bestimmt nicht zurückkehren,
denn dort erwartet sie nur harte Arbeit und viele Erniedrigungen…
Aber sie können auch nicht weiter gehen, denn vor sich sehen sie das Meer. Dann passiert das Wunder. Jetzt greift Gott ein. Durch Mose wirkt er das Wunder. Das Volk kann durch das Meer ziehen.
Auch ihre Feinde gehen in das Meer hinein…
Ja, dasselbe Wasser rettet die Israeliten und vernichtet gleichzeitig den Pharao und sein Gefolge.
Wie gesagt, diese Lesung hat die Spannung wie ein Krimi. Aber sie ist so wichtig in der Osternacht, weil sie von der Macht des Gläubigen spricht. Mose und die Menschen beten und Gott tut ein
Wunder…Genau in dem richtigen Moment ist Gott für sein Volk da.
Man kann heute dafür nach Erklärungen suchen. Aber genau in diesem Augenblick erleben die Menschen ihren Gott hautnah. Das kann man nur im Glauben verstehen…

Tod und Auferstehung: Wie kann man sie erklären? Nur mit den Augen des Glaubens kann man sie verstehen. Dieser Glaube prägt Menschen seit Jahrtausenden. Die Auferstehung Jesu ist für den rationellen menschlichen Verstand unerklärlich. Dennoch kann man die Kraft des Auferstandenen auch heute noch erfahren.

Vor uns haben wir zwei Bilder; das Bild der geretteten Israeliten und das Bild des siegreichen Jesus. Beide sind Symbole des mutigen Glaubens.
Meine Lieben, auch in unserm Leben brauchen wir diesen starken Glauben… Denn es geschehen viele Dinge im Leben, die wir kaum erklären können: Eine Krankheit, Probleme in der Familie und bei der Arbeit, Unsicherheit, Einsamkeit, Ängste,
oft fühlen wir uns verlassen, unfair behandelt von Gott, obwohl wir unseren Glauben gut leben wollen, obwohl wir unsere Zeit und Energie für die Menschen und für die Gemeinschaft investiert haben… Ja, manchmal fühlen wir Dunkelheit überall…
Dennoch lehren uns Jesus und seine Auferstehung, dass Gott auf unserer Seite steht, auch wenn wir kein Ausweg aus dem Problem finden…
Ja, ich möchte es wiederholen und unterstreichen…
ER steht neben uns und geht mit uns. Mit IHM können wir unseren Weg erkennen. Denn mit ihm kommt Licht in unser Leben.
Mit ihm kommt das Leben zu uns… denn Gott ist da.
Lasst uns in diesem Glauben leben und vertrauen.
Die Auferstehung Christi feiern wir, damit dieser Glaube in uns gestärkt wird.
Gott zeigt uns, dass wir nicht allein sind. Wenn Er mit uns ist, dann wird es uns nichts fehlen. Er wird uns stärken. Er wird unser Weg und Licht und Leben sein. Er ist die Wahrheit… Er kann nicht lügen. Möge die Liebe des auferstandenen Christus uns immer begleiten..
Möge ER, Licht, Leben, Glaube und Hoffnung aller Menschen sein. Amen!

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