Maria MagdaleneEinführung:
„Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“
Diese gute Nachricht verbreiteten die Jünger Jesu, als sie von der Auferstehung ihres Rabbis gehört hatten.
Die orthodoxen Christen begrüßen sich heute mit dem gleichen Satz.
Die Auferstehung Christi ist die wichtigste Kraft, die unseren Glauben stärkt. Denn sie ist eine Lehre für die Welt: Für die Macht der Welt, für das Böse in den Menschen. Jesus lehrt durch seine Auferstehung, dass weder die Macht noch das Böse der Welt Gott besiegen können. Er gibt uns Hoffnung und Mut, weiter zu leben, Gutes zu tun ohne Angst.
In diesem Glauben rufen wir zu ihm, der siegreich und lebendig in unserer Mitte ist:

Predigt:
Seit einigen Tagen läuft in den Kinos ein biblischer Film:
Dieser Film heißt Maria Magdalena. Eigentlich kann man ihn nicht so ganz biblisch nennen, denn die Geschichten, die wir in der Bibel lesen, sind anders, als das, was man im Film zu sehen bekommt. Man sieht auch nur geringe Ähnlichkeiten mit anderen biblischen Filmen.
Denn dieser Film zeigt eine andere Perspektive. Zu sehen ist die Geschichte Christi aus dem spirituellen Blickwinkel von Maria Magdalena.
Maria aus Magdala ist die einzige mutige Jüngerin Jesu, obwohl er viele Nachfolgerinnen hatte. Aber in diesem Film erkennen wir, dass weder Petrus nostrong>ch andere Männer, Jesus und seine Wege ganz verstanden hatten. Maria kann es aber fühlen, in seine Welt hineingehen. Die erste und die letzten Szenen im Film – das Hineintauchen ins Wasser – ist ein Sinnbild dafür. Es gibt nur einen Unterschied. Am Anfang schwimmt nur Maria.
Am Ende sind aber noch andere…
Ja, Maria hat durch ihre Art, Menschen für Christus gewonnen…

Maria versteht Jesus ohne viele Worte. Sie stärkt ihn auch mit wenigen Worten. Dennoch – durch ihre innige Verbundenheit mit ihm versteht sie ihn, sie spürt seine Schmerzen, sie handelt für ihn und bringt seine Botschaft mit Mut weiter, auch wenn die Welt sie nicht ganz versteht, besser gesagt, nicht verstehen will.

Dieser Film ist eine tolle Leistung und will uns zum Nachdenken anregen. Er soll uns auch wachrütteln zum tieferen Verstehen des Christus Geheimnisses … Denn die Geschichte Christi ist auch die Geschichte aller Menschen – von Frauen und Männern.
Ja, es ist richtig, dass die Bibel oft die Geschichte von Männern ist, die besonders auserwählt waren. Unter den vielen männlichen Namen hören wir selten einige Geschichten der Frauen.

Aber die Osterevangelien sind anders…
Obwohl man Jesus oft mit männlichen Jüngern durch Palästina ziehen sieht, hören wir nach seiner Auferstehung mehr von den mutigen Frauen. Auferstehung ist, besser gesagt, die Botschaft der Frauen.
Sie konnten das Leben besser verstehen, sogar in einem leeren Grab, in einer vertrauten Stimme. Das ist eine besondere Gabe. Denn Maria und manche andere Frauen standen Jesus nicht nur bei seiner Kreuzigung zur Seite, sondern sie pflegten auch die Erinnerung an ihn.
Die drei Frauen, von denen wir im heutigen Evangelium gehört haben, warteten geduldig bis der Sabbat vorüber war, nicht nur um ihre Tradition fortzusetzen – den Toten zu salben und um ihn zu trauern.
Sie wurden von der Liebe dazu geleitet…
Durch diesen Akt der Liebe und des Mutes wurden die Frauen die ersten Zeuginnen der Auferstehung Jesu… Die Augenzeuginnen wurde zu Zeuginnen des Herzens und des Lebens…

Die Frauen verstehen Jesus besser… nicht nur damals, sondern auch heute. Vielleicht erleben wir auch deshalb heute in der Kirche überwiegend weibliche Beteiligung am aktiven Leben der Pfarrgemeinden. Und das, obwohl das Leben der Frauen in der Kirche nicht so einfach ist. Sie bekommen heute noch wenig Anerkennung in der Kirche.

Dennoch gibt es einiges Neues in der Kirche…Papst Franziskus hat Maria Magdalena am 10. Juni 2016, als die Apostelin der Apostel verkündet. Ihr Gedenktag am 22. Juli ist jetzt als Fest eingestuft. Der Papst würdigte sie als „Zeugin der Gegenwart des auferstandenen Christus…“
Ihre frohmachende Botschaft ist:
„Christus lebt und hat die Macht, den Tod zu besiegen und uns das ewige Leben zu schenken.“
Mit ihr und vielen anderen mutigen Frauen wollen wir diese Botschaft weiter tragen. Lasst uns den Menschen die Botschaft des Lebens und der Hoffnung bringen.
Dafür müssen wir, wie Maria, Gott richtig verstehen;
eine innige Beziehung zu ihm aufbauen.
Dazu segne uns der lebendige Gott. Amen!

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