Open us new World
Einführung:
Am Pfingstfest sprechen wir über den Geist Gottes.
Diesen Geist, der von Anbeginn war, erleben wir mit Christus in besonderer Weise.
Maria empfing Jesus durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Bei der Taufe und der Wüstenzeit Jesu wird er ebenfalls erwähnt.
Nun am Tag des Pentecoste/Pfingsten ist er von großer Wichtigkeit,
er bringt den Jüngern Jesu ein neues, ein anderes Leben.

Genau das feiert die Aktion ‚Renovabis‘ in diesem Jahr mit dem Thema:
„Lernen ist Leben“. ‚Renovabis‘ erklärt das in seiner Vorlage.
„Lernen ist ganzheitlich zu verstehen, es ist bereichernd,
es fordert uns lebenslang heraus und es hält uns lebendig“.

Durch das Wirken des Heiligen Geistes entstand aus der kleinen Gruppe der Jünger und Apostel eine große Weltreligion. Dies wurde möglich, weil Menschen bereit waren, einander zu helfen und so ein neues Leben schenkten.
Der Heilige Geist wirkt heute vergleichbares durch uns,
wenn wir Menschen unsere Solidarität zeigen.
Das bereichert uns, bereichert die Welt und führt uns zu einer grenzenlosen Liebe zu den Mitmenschen.
Dafür danken wir Gott und preisen ihn im Kyrie-Ruf:

Predigt:
Was sagt ihr zu den heutigen Lesungen? …
Hat jemand eine Frage?

Ich hatte bei der Vorbereitung eine Frage, sogar eine große Frage.
Denn wir hörten heute eigentlich zwei verschiedene Berichte über das Empfangen des Heiligen Geistes durch die Apostel. Einmal empfangen sie den Heiligen Geist direkt von Jesus. Ein anderes Mal empfangen sie ihn am Pfingsttag. Ja, es scheint etwas verwirrend…
Aber ich möchte hier nicht über diese Unterschiede sprechen,
sondern über ein verbindendes Element,
das wir in diesen beiden Lesungen erkennen können.
Als die Apostel den Heiligen Geist empfingen,
waren sie alle am gleichen Ort, in einem geschlossenen Raum.
Dazu gab bestimmt einige Gründe.
Denn nach der Kreuzigung Jesu hatten sie Angst –
nicht nur vor den Israeliten, sondern auch vor den Römern.
Die neue Gruppierung in der Nachfolge Christi,
die in Palästina ein besonders Leben nach der Lehre Jesu lebte,
weckten bei den Anderen Neugier und gleichzeitig Vorbehalte.
In dieser Situation wollten sich die Jünger gegenseitig stützen.
Das gemeinschaftliche Leben und gemeinsame Gebet war ihnen deshalb sehr wichtig.

Sie waren von ihren Einstellungen und Fähigkeiten her völlig unterschiedliche Menschen.
Es war eine Gruppe der Menschen, die wenig Gemeinsames hatte.
Dennoch war jeder von ihnen von dem Charisma Jesu tief beeindruckt und so wollten diese intensive Erfahrung in ihrer Gemeinschaft,
sehr wahrscheinlich unter der Führung von Petrus und von der Mutter Maria,weiter pflegen.

Wie gesagt, sie waren alle an einem Ort, in einem Raum.
Diese Tatsache erinnert mich an Jesu Worte.
Als Jesus seine Jünger über das Beten lehrte, sagte er:
„Du aber, wenn du betest, geh in deine Kammer, schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist“ (Mt 6, 6).
Damit lehrte Jesus seine Jünger den Glauben und Gebet zu verinnerlichen. Mit Gott sollten sie eine tiefe und persönliche Bindung eingehen. Vielleicht war auch dieser Gedanke der Grund,
der sie alle in einem Raum zusammen führte.

Es kann viele Gründe geben, aber wir sehen: Sie haben Früchte getragen. Sie empfingen den Geist Gottes in dieser Gemeinschaft.
Und aus dieser Gemeinschaft, aus diesem Geist schöpfen sie ihre Kraft. Ja, weil sie gemeinsam, mit Sehnsucht für eine Sache beteten, empfingen sie den Geist Gottes.
Meine Lieben,
danach sehen wir eine deutliche Änderung in der Geschichte der Nachfolger Christi.
Wir sehen, dass die Jünger keine Angst mehr haben.
Sie haben keine Angst weder vor den Israeliten noch vor den Römern.
Sie haben keine Angst den Menschen aller Nationen die frohe Botschaft Christi zu verkünden.

Ja, der Geist Gottes ermutigt Menschen.
So konnte Gottes Evangelium aus einer kleinen Welt, aus einem geschlossenen Raum den Weg in die weite Welt antreten.

Gottes Geist trifft auf die verschiedensten Welten und Kulturen.
Dieser neue Geist der Offenheit gibt der Kirche Gottes und
Gott selbst ein neues, menschliches, freundliches Gesicht.

Meine Lieben,
Pfingsten sagt uns heute:
Die Kirche darf und muss nicht kleiner werden.
Sie soll keine Angst haben, sondern Mut zeigen, sie muss sich aufmachen und
auf Menschen zuzugehen.
Sie muss Menschen das Wort Gottes klar und verständlich
verkündigen.
Nur durch den Heiligen Geist bekommt die Kirche die Kraft alle ihre Schwierigkeiten zu überwinden.
Darum bitten wir sehnsüchtig für diesen verwandelnden Geist Gottes,
für unsere Kirche, für unsere Pfarreien,
für unsere christliche Gemeinschaft, für unsere Familien…

Wir beten heute, wie die Jünger Christi:
Möge der Geist, der die Menschen aus ihrem geschlossenen Zimmer,
aus ihrer Umgebung, aus einem Volk zu einer Weltreligion machte,
auch uns Mut schenken und aus unseren geschlossenen Räumen befreien. Möge er uns zu seinen Zeugen machen. Amen!

WordPressFacebookBlogger PostDeliciousDiggEmailTwitterShare