Heal us!Manchmal machen wir Komplimente und sagen:
„Du bist ein richtiger Kämpfer“! Wir verwenden immer wieder solche Begriffe um eine besondere Hingabe eines Menschen zu schildern oder auch um ihn zu ermutigen.

Kampfgeist ist sogar ein wichtiger Faktor, wenn man im Leben etwas erreichen und gewinnen will. Manchmal führt dieser aber auch zu einer gewissen Rivalität und sogar zu Gewalt. Rivalität zwischen Vereinen, Sportlern, Politikern, Mitarbeitern und Studenten sind einige Beispiele dafür. Hier kämpft jeder um den ersten Platz, um weiter zu kommen, um Ansehen zu gewinnen, um mehr Geld zu verdienen oder um besser zu leben.
Ja, es sind viele Gründe für solche Kämpfe.

Heute hören wir in der Kirche von einem anderen Geist, vom Heiligen Geist. Er ist anders als der Geist von dem ich vorher sprach. Er ist anders, weil er Gottes Geist ist. Er sucht keinen ersten Platz. Er will keine höhere Stellung. Finanzielle Motive sind ihm fremd. Er gibt allein Gott den Vorrang. Er will den Jüngern bei ihrer Verkündigung und in ihrem christlichen Leben helfen.

Diese Art des Geistes mag der Welt fremd vorkommen. Denn im ‚weltlichen Kampf‘ gibt es nur selten einen Platz der Begeisterung für das Gottes Reich, für göttliche Werte, für Gerechtigkeit, für Menschlichkeit und für Barmherzigkeit….

Manchmal sehen wir auch in den Kirchen dieses Ringen um Ansehen, Ruhm und ähnliches. Sogar kirchliche Spaltungen entstanden im Ringen um die ‚eigenen’ Wahrheiten und Einstellungen.
Hier müssen wir uns fragen, ob solche Kämpfe christlich sind?
Haben wir Christen in der Taufe einen Geist für Streitbereitschaft empfangen?
Christlicher Geist soll aufbauend, ja konstruktiv sein.

Aus dem Buch Genesis wissen wir, dass Gottes Geist schöpferisch ist. Er macht unsere Welt hell; er gibt der formlosen Erde ihre Form und Gestalt. Er erfüllt sie mit Leben und Freude.

Gottes Geist heiligt uns. Wenn wir Christus verlassen und für andere Dinge kämpfen, dann ist es ein fremder Geist, der seinen Platz einnimmt. Dann verschwindet diese heiligende und heilende Kraft von Gottes Geist aus unserem Leben.

Viele Menschen konnten am Pfingstfest die Reden der Apostel verstehen, weil der Geist Gottes, sowohl bei den Verkündern, als auch bei den Hörern wirksam war.
Sprechen wir eine Sprache, die alle verstehen können? Haben wir eine Sprache der Menschlichkeit und Herzlichkeit? Versuchen wir Menschen zu vereinen oder bauen wir Zäune im Namen Gottes?

Meine Lieben, wir haben in den letzten sieben Wochen, den auferstandenen Herrn gefeiert.
Welcher Geist führt uns in unserer Gemeinde? Der Streit um Selbstdarstellung oder um Ansehen? Oder arbeiten wir gemeinsam für die Menschen und für Gott? Lebt der Geist Christi in uns? Hat er uns mit seiner Freude geformt? Können wir seine Sprache sprechen? Gott segne uns. Amen!
Thomas Kalathil

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