Sonntag der Weltmission - Missio
Einführung:
Ein berühmter Autor aus meiner Heimat, der vor kurzem gestorben ist, hat folgendes geschrieben:
„Im Licht zu sein ist Sorge, mein Kind. Im Dunkel zu bleiben ist bequemer.“ Das mag ironisch klingen. Aber er wollte damit sagen, dass viele Menschen gerne im Verborgenen bleiben wollen, weil sie einiges zu verstecken haben. Und umgekehrt, im Licht zu leben heißt, Herausforderungen annehmen…
Jesus ist unser Licht. Wir wollen in seinem Licht leben und heute,
am Sonntag der Weltmission unseren Mitchristen in Westafrika,
das Licht Gottes schenken. Darum bitten wir:

Predigt:
„Selig die Frieden stiften.“ Unter diesem Leitwort feiert die Kirche in Deutschland in diesem Jahr den Sonntag der Weltmission. Frieden wünschen wir uns alle mit großer Sehnsucht, weil es Unruhen zwischen Ländern, Kulturen, Glaubensgemeinschaften und Menschen gibt. Dazu bringt die Corona Pandemie Unfrieden und Unsicherheit bei uns. Ja, Frieden ist ein wichtiges Wort besonders in der heutigen Zeit…

Wir alle haben mitbekommen, dass der diesjährige Friedensnobelpreis einer Organisation, dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, verliehen wurde. Dieser Preis war die Anerkennung für die Bemühungen zur Bekämpfung des Hungers und für den Beitrag zum Frieden in den von Konflikten betroffenen Gebieten…
Und….
am letzten Sonntag wurde anlässlich der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche in Frankfurt der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. Amartya Sen, ein indischer Philosoph und Wirtschaftswissenschaftler, der die Problematik der Armut und die Wohlfahrtsökonomie erforscht, wurde dieser Preis verliehen.

Welternährungsprogramm und Amartya Sen sagen der Welt:
Wir brauchen nicht nur gutes Essen um zu überleben, sondern auch eine gute politische Lage. In Europa merken wir das vielleicht nicht so sehr, weil wir seit Jahrzehnten in Frieden leben und keinen Hunger leiden müssen. Dennoch konnte man in der Zeit der Corona Pandemie sehen, dass die Regale der Märkte Lücken aufwiesen. Ja, viele haben Hamsterkäufe getätigt, weil man Angst um seine Ernährung hatte.
Hunger ist nicht nur ein physisches Problem.
Es ist zugleich ein seelisches und gesellschaftliches Problem.

Am heutigen Sonntag der Weltmission denken wir an die Menschen in Westafrika. Wir wollen ihnen helfen und unsere Solidarität zeigen, denn sie kämpfen nicht nur gegen das Corona Virus, sondern auch gegen Terrorismus, Ausbeutung und politische Instabilität. Sie brauchen Unterstützung. Deshalb werden die Menschen, die in diesen Ländern ein Licht des Friedens anzünden, „selig“.
Denn damit schenken wir Würde und Hoffnung zum Leben.
Denn Mission heißt nicht nur Taufen und Bekehren. Jesus verkünden heißt, das Licht seines Evangeliums entzünden. In seinem Licht sollen sie Frieden und Gerechtigkeit erleben. Sie sollen nicht hungern und dürsten, sondern ein menschenwürdiges Leben führen können.
Hunger stillen, für die Gerechtigkeit kämpfen, Stimme der Stimmlosen sein… Nicht nur das Welternährungsprogramm oder Amartya Sen, sondern wir alle haben diese Aufgabe. Verbreiten wir das Licht Gottes mit Mut und ermöglichen wir Menschen in Würde und Frieden zu leben.
Dann werden auch wir selig sein. Gott segne uns dazu. Amen!

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